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Die Großmeister der „Nebulanten“

Ich wollte ja eigentlich nichts mehr über die LKR Facebook Partei schreiben, zumal ich eine neue politische Heimat gefunden habe. Gestern war ich mit der liebsten aller Frauen eine Runde golfen. Während wir so von Loch zu Loch spazierten, erzähle ich ein bisserl davon, was man in der Facebook Welt der Partei der Liberal-konservativen Reformer (LKR) so alles lesen kann. Raffiniert wie ich bin, haute ich die größten Knaller immer dann raus, wenn mein Liebste abschlug. Meine Taktik ging auf; ich habe gewonnen. Gut, dass es diese Partei gibt. Gut, dass es Facebook gibt.

Nach dem Menetekel im Saarland lag der Bundesparteipräsidenten C. Kott mit einem Schnupfen danieder. Während dessen machte ein Gerücht die Runde, welches Kott in die Nähe von Freimaurern rückte. Ein gewisser Dr. Klaus Kott sei der Großmeister irgendwelcher Großlogen (was es alles gibt) und genau diesem Großmeister gratulierte der Präsident der Nebulanten auf der Facebook Seite des Freimaurers Kott zum Vatertag. Sehr aufmerksam, oder?

Andere interessierten sich nicht so, für dieses Gerücht, schließlich hat man bei der LKR ja nichts gegen das Maurer Handwerk. Der stellvertretende Generalsekretär sah sich indes veranlasst, Dankesadressen via Facebook an Kott zu richten. Überschwänglich sprach er Kott den Dank für die viele Arbeit aus. „Dein Körper holt sich jetzt zurück, was du ihm nicht gegeben hast“, so der Vize General.  Ich habe eine halbe Schachtel Zigaretten geraucht und drei Mocambo getrunken, während ich darüber nachdachte, wie und bei wem sich ein Körper das holt, was man ihm nicht gegeben hat. Als ich dachte, dass es dümmer kaum geht, las ich den thread, der dann unter dem Dankeswort aufquoll. Ich würde wie immer nicht enttäuscht. Es geht noch dümmer. Die üblichen Nebulanten bekamen sich vor lauter Dank nicht mehr ein. „Wir brauchen dich“, „besser geht`s nicht“ waren noch harmlose Kommentare, andere schickten Bildchen mit Bärchen und den üblichen Sinnsprüchen. Eine Post von einer Ostdeutschen Nebulantin gefiel mir sehr gut:

„ Lieber Christian, auch ich wünsche Dir gute Besserung! Und glaub mir, einen Besseren wie Dich als Vorsitzenden gibt es nicht. Das was Du leistet, soll erst mal jemand nach machen. Ich bin stolz, und glücklich in der LKR zu sein, mit allen Höhen und Tiefen. Das macht uns stark, wir machen weiter ! Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten und weiter geht’s!“

Die Werktätigen preisen die Klugheit und Weisheit des Genossen Vorsitzenden. Das ist der unwiderlegbare Beweis des Sieges der Partei der Arbeiterklasse. Es scheint mir gerade so, als ob die Parteigenossen einen Wettbewerb im Lobhudeln gestartet haben und dabei allerdings jedes Maß und Ziel aus den Augen verloren haben. Wahrscheinlich meinen die das gar nicht ernst, sondern man bedient sich des Stilmittels des überzogenen Lobes, um Kritik zu üben. Angesichts der Erfolge der Partei ist das ja auch mehr als angemessen. Falls ein Außenstehender diesen thread liest, wird er sicher die Partei voller Liebe und Güte in sein Herz schließen.

Derweil wird auf der Bundesseite der Nebulanten bei Facebook  richtig eingeheizt. Gestern konnte ich lesen, wie einer anregte zwei oder drei -offenbar– Politiker um die Ecke zu bringen, ein anderer forderte, die Regierung zu eliminieren. Das stand dann stundenlang im Netz. Es ging nicht um eine Kriegserklärung an Moskau, sondern um die Frage, ob man das Brandenburger Tor in den Farben der russischen Trikolore illuminiert. Die Russenfraktion nimmt langsam überhand. Bemerkenswert ist, dass die FB Seite der Nebulanten derlei Klientel anzieht. Und ebenso ist bemerkenswert, welch Geistes Kind die Admins sind.

Auf einer anderen Seite eines Bundesvorstandes der Nebulanten, wurde eine Diskussion über Wölfe vom Zaun gebrochen. Offenbar hat man was gegen diese gemeinen Viecher, die andere Tiere, wie Schäfchen oder Zicklein qualvoll töten und dann aufessen. Sämtliche Klischees wurden abgearbeitet, um die Lufthoheit über den Stammtischen zu erkämpfen. Viel schlimmer noch, finde ich, sind Kreuzottern. Diese gemeinen Miststücker beißen süßen Mäuschen in den Hintern, die dann qualvoll sterben. Wölfe jedenfalls sind böse Tiere, die die Menschen hassen und den Tod verdienen.

Das aller Beste war dann aber gestern Nachmittag zu lesen.  Ein Post machte die Runde, wonach die NRW Nebulanten sich zu Teilnahme bei den Landtagswahlen doch angemeldet haben, obwohl man dort ja gar nicht, so auf dem Landesparteitag beschlossen, an Wahlen teilnehmen will. Stunden später ging dann herum, dass der Landeswahlleiter die Teilnahme deshalb nicht zu gelassen habe, weil es nur eine einzige Unterstützungsunterschrift gegeben habe. Toll! Super Presse. Super Lob an die Führer dort. So ein Pressecoup zu landen, obwohl man viel Arbeit hat, den Islam zu kritisieren, das ist mal eine Leistung, die kaum mehr zu toppen ist.

Es ist so anstrengend mit anzuschauen, wie die Partei, für die ich einmal so viel Herzblut gegeben habe, vollkommen im Alleinen des intellektuellen Vakuums verschwindet.

„Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage was du für dein Land tun kannst.“ (Kim Jong-il)

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Das Menetekel einer Sekte an der Saar

Soziologisch betrachtet gibt es mehrere Ansätze, den Begriff Sekte zu definieren. Es gibt mehrere sogenannte Haupttypen einer Sekte. Ein Haupttyp darunter ist die aggressive Sekte, mit einem hohen Missionierungsanspruch und einem ausgeprägten Elitebewusstsein.

Vor einiger Zeit bereits hatte der Landesverband der LKR-Saar (Liberal-Konservative Reformer) erklärt nicht an der Landtagswahl teilnehmen zu wollen. Begründet wurde dies mit mangelndem Personal, mangelndem Geld, mithin mangelnder Erfolgsaussichten, was durchaus offensichtlich und auch nachvollziehbar war. Hiergegen muggte die Elite auf. Gerade der dann etwas später zum Vorsitzenden gewählte C. Kott, beklagte für diesen Fall das Ende der Partei. Im Weiteren wurde die Saarlandwahl zu einer Entscheidungsschlacht hochstilisiert, die Chancen in den Landtag zu kommen seien unvergleichlich gut. Weil das Saarland so klein ist, sei dieses Feld leicht zu beackern. Daneben sei die AfD dort schwach oder irgendwie zu Rechts, so dass der Wahlbürger quasi mit Kusshand die „wählbare“ Alternative ankreuzen würde, denn die Wähler hätten das dringende Bedürfnis Frau Annegret aus dem Amt zu jagen und Lafontaines Oskar den Stinkefinger zu zeigen. Die sich so auftuende Lücke im Parteispektrum sollte also genutzt werden. Ab geht es in den Landtag. Nach einigen Wochen Gequassel war man sich des Erfolges so sicher, dass der Vorsitzende der Partei gar seinen Rücktritt für den Fall avisierte, dass LKR nicht mehr als 0,4,% schaffte.

LKR hat einen elitären Anspruch. Man nennt sich gerne die „Partei der klugen Köpfe“ und ist davon überzeugt das beste Parteiprogramm überhaupt zu haben. Mitglieder werden nur aufgenommen, wenn sie zu einen „passen“. Entsprechend arrogant sind die Führer. Von oben herab werden lautstark Forderungen erhoben, wie “Merkel muss weg“. Niemand der Selbstblender stellt sich die Frage, wie derartige Forderungen einer Partei, die nur in Facebook stattfindet, nach außen hin wirken. Selbstbild und Fremdwahrnehmung sind schon sehr lange nicht mehr kompatibel. Gleichzeitig beklagt man das Desinteresse der Medien. Anstatt zu analysieren, woran dies liegen mag, werden alle möglichen Theorien entwickelt, die jedenfalls darauf hinauslaufen, dass die Medien irgendwie korrumpiert sind. Derweil fragt man sich bei Tageszeitungen, wer zum Teufel irgend ein Herr Zimmermann ist und weshalb die Leser wissen sollten, was dieser Herr über Erdogan weiß. Beseelt vom tiefen Glauben an die eigene Genialität, war man schließlich zu dem Entschluss gelangt, an der Wahl teilzunehmen.

Die Sammlung der notwendigen Unterschriften war dank eines Darlehens, Insider sprechen von 100.000 Euro, welches wohl der jetzt Parteipräsident genannte Vorsitzende zur Verfügung stellte, kein Problem. Auch Einwerber konnten damit bezahlt werden. Von nah und fern reisten Mitglieder an, um in orange farbenen Jacken Straßenwahlkampf zu machen. Haufenweise Fotos im Netz zeigten die Aktivisten, wie sie vor Tapeziertischen herum standen und in der Montur eines Mitarbeiters der Stadtwerke Zettelchen verteilten. Nur eines konnte man auf den Fotos nie sehen: interessierte Kunden. Auf den Zetteln stand einiges über Europa und den Euro lesen. Auch die innere Sicherheit wurde thematisiert. Themen jedoch, die sich mit saarländischen Befindlichkeiten befassten, wurden nicht abgedruckt. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Die „Klugkopfpartei“ führt einen Landtagswahlkampf ohne Landeswahlprogramm. Wozu auch? Das beste Parteiprogramm „ever“ ist mehr als genug. Der politische Durchbruch war damit quasi reine Formsache. Dementsprechend wurden dann auch Plakate entworfen und Vorträge organisiert, bei denen das Publikum mit europapolitischen Thesen traktiert wurde. Diese Vortragsabende waren riesen Erfolge, so jedenfalls war zu lesen. Wenn überhaupt mal ein Bild vom Publikum veröffentlicht wurde, sah man die altbekannten Aktivisten da sitzen, die bei den Reden schon rückwärts mitsprechen können. Fremde Gesichter konnten selten erkannt werden. Da ja alles so prima und genial ablief, versicherte sich auch niemand des Ratschlages eines Werbeprofis. Auch gab es keinen Anlass zu hinterfragen, ob die Auswahl der Themen gelungen war. LKR hat ja die Klugen. Gegen Ende des Wahlkampfes regten sich kleinere Zweifel, die durch „unsachgemäß“ durchgeführte Umfragen befeuert wurden. Dort fand LKR nämlich keine Erwähnung.

Und dann kam der Tag der Wahl, an dem in den Wahlkabinen mutige Konservative den Stern über dem Saarland aufgehen lassen sollten. Das Problem war indes, dass die Mutigen nichts mit LKR anfangen konnten und auch viel lieber „es Annegret“ in der Staatskanzlei sehen wollten als irgend einen Saarbrücker Stadtrat. Die erste Hochrechnung wurde durch den deutschen Fernsehfunk gejagt. Schnell schickte man Links zur HP des Landeswahlleiters. Erleichterung machte sich breit, als irgend ein Aktivist hierzu feststellte, dass nur eine Gemeinde Grundlage der Hochrechnung war. Wenn dann die „Hochburgen“ hinzukommen, wird es anders aussehen, so jedenfalls machte man sich gegenseitig Mut. Statistische Grundkenntnisse waren wohl nicht vorhanden. Es blieb bis zum Schluss beim Ergebnis: 0,2%.

Jetzt hat also LKR ihr Menetekel erfahren. Gewogen und für zu leicht befunden. Noch in der Nacht verfasste der Präsident ein Email. Letztlich konnte man mit diesem Ergebnis rechnen. Die nächste Wahl wird dann gelingen. Die Armee Wenk wird die Hauptstadt entsetzen. Tags drauf wurden tonnenweise Abhandlungen produziert. Einer schrieb von großem Erfolg, denn man habe das konservative Gewissen der Menschheit wieder erweckt, welches aber leider der CDU zu Gute kam. Der Nächste meinte, dass man ja immerhin besser abgeschnitten habe als eine Partei, die sich DBD nennt. Grotesk war ein Beitrag, in dem behauptet wurde, dass der Bürger eben nicht reif genug sei, die frohe Botschaft zu würdigen. Eine Dame spielte mit dem Gedanken der Wahlmanipulation. Letztlich müsse man jetzt auf dem guten Weg weiter voranschreiten. Von der selbst auferlegten Entscheidungswahl war keine Rede mehr; vom Rücktritt des Präsidenten auch nicht. Niemand übernimmt die Verantwortung, obwohl man doch eigentlich den gesamten Vorstand wegen erwiesener Unfähigkeit zum Teufel jagen müsste. Das Ganze nimmt mittlerweile pathologische Formen an. Nachdem sich die Partei in der Vergangenheit bereits wohltuend von vielen ihrer Mitgliedern befreit hat, wird es sicher weitere Austritte geben. Mitglieder und Sympathisanten sind bitter enttäuscht. Das stört aber niemanden sonders. Die, die gehen, taugen eh nix und Wählerstimmen werden ohnehin vollkommen überschätzt. Lieber bekommt die Partei 1600 Stimmen kluger Menschen, als 600.000 von irgendwelchen Dumpfbacken, die CDU wählen.

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Silvio Berlusconi)

Palo male il tedesco

Ich spreche schlecht Deutsch, singt Conte in einem seiner Mocambo Lieder. Apropos ich muss dran denken ein paar neue Päckchen zu bestellen. In der Nacht habe ich alles ausgetrunken. Einstweilen gehe ich mal eine rauchen.

Ich habe mir heute Nacht nämlich das Vergnügen gemacht und mal so alles durchgelesen, was in der Causa Erdogan  durch das Netz geistert. Dabei habe ich den ganzen Kaffee getrunken. Gegen 5 Uhr habe ich mich dann summend neben eine Mücke gesetzt, damit sie einschlafen konnte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Aufregung eher in konservativen Kreisen kursiert, als in linken. Das mag auch daran liegen, dass der moderne Konservative sich eher als Patriot empfindet. Mal schauen, was unsere SocialNet Patrioten so taugen:

Ich lese also, wie Herr Erdogan in seinem Palast eine Pressekonferenz nach der anderen gibt. Dabei sitzt er in großen goldenen Sesseln, die Wände sind goldverschnörkelt und mächtige goldene Lüster erhellen den Raum. Die ganze Szenerie erinnert mich irgendwie an Liberace. Während Stalin seinen Werktätigen eine palastartige U-Bahn schenkte, haben die türkischen Werktätigen dem Präsidenten einen Palast geschenkt. Dort sitzt er nun und beschimpft halb Europa, speit Drohungen aus und redet sich mehr und mehr in Rage. Deutschland ist ein Nazi Land, die Holländer sind das auch; außerdem Völkermörder und Merkel ist auch nicht viel besser. Und das alles, weil man in Deutschland sagt, dass türkischer Wahlkampf unerwünscht ist und in Holland eine türkische Ministerin davon jagt. Bei Lichte besehen ist die ganze Szenerie ja irgendwie grotesk und eigentlich auch witzig. Charles Chaplin hätte das nicht besser inszenieren können. Warum also die Aufregung?

Frau Merkel verbittet sich höflich diese Reden. Danach schweigt sie. Andere tuen das nicht, wie beispielsweise die holländische Regierung, die wahrscheinlich heute ihr Menetekel erlebt, wenn dieser Blondling ein respektables Wahlergebnis erzielt und halb Holland vor sich her treibt. Es ist aber genau dieser Umstand, der die SocialNet Patrioten auf die Palme treibt. Man fordert die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft, gestern Nacht wurde sogar wieder die Visafreiheit für Türken aus der Mottenkiste gekramt, obwohl die nun gar nicht zu Debatte passen will. Deftige Beschimpfungen machen die Runde. Herrn Erdogan „Erdowahn“ zu nennen ist quasi Bürgerpflicht. Despot, kleiner Diktator, großer Diktator, Möchtegerndiktator oder gar Türkenadolf sind ebenso Attribute, die gerne Verwendung finden. Wenn die Patrioten dann mit Erdogan fertig sind, werden die Türken, die in Deutschland sind beschimpft. Man meint, die haben hier nix verloren, jedenfalls dann nicht, wenn sie sich für Erdogan aussprechen. Wer auch immer sollte denen den Pass abnehmen und sie rauswerfen. Begründet wird dieser fromme patriotische Wunsch dann damit, dass auf „deutschen Territorium“ (Originalwortwahl) es nicht zu dulden sei, dass sich irgendwer für die Todesstrafe in Ankara ausspricht und -noch viel schlimmer- sich für das türkische Verfassungsreferendum ausspricht. Wer dies tut, ist keine guter Deutscher oder kann das niemals werden, weil er sich ja nicht integriert. Schuld daran ist der Doppelpass. Was in diesem Verfassungsentwurf steht und warum dies so schlimm ist, muss den deutschen Patrioten ja nicht wirklich interessieren.

Nun ist der Patriot ja derjenige, der sein Vaterland liebt. Deswegen empörten sich die Patrioten auch maßlos wegen Merkels Definition des Begriffs „Volk“. Nein, das sind nicht alle die Deutschland bevölkern, sondern nur diejenigen die Deutsche sind und darunter auch nur solche, deren Herz deutsches Blut durch die Adern pumpt; Volksdeutsche also. Diese Sichtweise und die hieraus entstandenen Verwerfungen sind aus der jüngsten Geschichte ja hinlänglich bekannt. Scheinbar merken die Patrioten vor lauter Vaterlandsliebe schon gar nicht mehr, was sie für einen Stuss reden.

Am 18 März jährt sich zum 169 Mal der Aufruf des preußischen König Friedrich Wilhelm anlässlich der Märzrevolution von 1848 „An mein Volk und an die deutsche Nation“. Das preußische Volk bestand damals aus Polen, Sorben, Litauern, Franzosen und Deutschen. Dem zur Folge wurde der Aufruf dann auch in mehreren Sprachen abgefasst. Das war im Königreich Preußen übliche Praxis, denn alle preußischen Untertanen sollten ja den Aufruf des Königs auch verstehen. Friedrich Wilhelm sah die Sache also ganz ähnlich wie Merkel, da wird man Merkel doch nicht vorwerfen können, kein guter Patriot zu sein.

Die Menschen stört die ungeheuerliche Arroganz, die freilich auch dem Islam innewohnt, mit der Erdogan die Welt zuspamt. Als Reaktion wird Deutschland überhöht, die Türkei herabgewürdigt und türkische Mitbürger ausgegrenzt. Damit wird Herrn Erdogan in die Hand gespielt, denn genau diese Reaktion hatte er erwartet und auch provoziert. Es wird also das gefördert, was man nicht möchte.

Wer ausgrenzt, ist kein Patriot, sondern ein reaktionärer Chauvinist. Alle Menschen, die in Deutschland ihre Heimat gefunden haben, verdienen es, anständig behandelt zu werden. Freilich gibt es enorme Probleme bei der Integration und da insbesondere bei vielen türkischen Mitbürgern. Durch Beschimpfungen hingegen wird das vielschichtige Problem wohl nicht gelöst. Wer nicht erkennt, dass das Gefühl der Heimat nichts mit dem Pass zu tun hat, ist kein guter Patriot.

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“   (Bob der Baumeister)

Frau Holle und der Zauberer von Oz

Judy Garland wurde mit der Rolle der kleinen Dorothy im Zauberer von Oz weltberühmt. Dorothy und ihr Hund werden von einem Wirbelsturm mitsamt ihrer Almhütte in das Reich Oz getragen.

Als die Hütte dort unsanft landet, begräbt sie die böse Osthexe.  Auf dem Weg zum mächtigen Oz, macht Doro die Bekanntschaft dreier, sonderbarer Gesellen: Die Vogelscheuche, die sich Verstand wünscht, der Blechmann, der sich ein Herz wünscht und der feige Löwe, der sich Mut wünscht, Sie beschließen Dorothy zum mächtigen Oz zu begleiten, der im Smaragdland wohnt.

Zugegeben, amerikanische Märchen tragen etwas dick auf, aber wie alle Märchen, beschreibt Garlands Paraderolle doch ein Stück Lebenswirklichkeit.  Mein liberales Herz trug mich nach einem Wirbelsturm im Jahr 2015 zu der Partei ALFA, in der ich aufschlug, wie die Bretterbude der Garland im Reich Oz. Ich war so zuversichtlich und voller Tatendrang, dass ich für einen Posten im Vorstand kandidierte und auch gewählt wurde.  Rastlos machte ich mich auf, etwas großes aufzubauen, nämlich eine neue wahrhaftig liberale Partei. Allerdings merkte ich bald, dass ich nicht die Zauberschuhe der Hexe des Ostens an hatte, hingegen aber die gleichen Weggefährten.

Unzählige Zigaretten und Tässchen meines geliebten Mocambos raubten mir die Nachtruhe. Die beste aller Frauen stellte mir zuweilen einfache Fragen wie: „was ist 5x 5“, um herauszufinden ob ich noch bei Verstand bin. Während Garland ja nur die Hacken ihrer Zauberschuhe zusammenhauen musste, war es an mir mit viel Arbeit etwas zu bewegen, denn meine Sneakers haben keine Zauberkraft und meine Weggefährten leider auch nicht. Ganz im Gegenteil.

Der mächtige Oz im Smaragdland ist mit seinen Weggefährten im EU Parlament und redet von morgens bis abends den gleichen Blech, der wiederum von den Parteigenossen unaufhörlich mehr oder minder reflektiert, wiederholt wird. Im Smaragdland Facebook, werden deshalb unzählige Kurzstatements verbreitet. Aus organisatorischen Gründen werden im Smaragdland Gruppen gebildet mit immer denselben Mitgliedern.  So ist es nämlich einfacher unliebsame Beiträge zu löschen. Unliebsam sind  solche Beiträge, die Kritik beinhalten. Gerade gestern habe ich eine wirklich witzige Szenerie beobachtet. In der sogenannten „offenen Mitgliedergruppe“ stand über mehr als 8 Stunden ein in hohem Maße antisemitischer Beitrag. Die Administratoren taten nichts. Nachdem sich dann ein Mitglied hierüber empörte und darüber eine Diskussion entflammte, wurde jener Beitrag gelöscht. Die Israelhetze aber nicht. Das ist eben eine Meinung, sagten die Admins und man müsse das aushalten. Tatsächlich ist es aber so, dass man den Autor – ein allseits bekannter dumm daher redender und Verschwörungstheoretiker, gerne mag und ja im Prinzip gleicher Meinung ist.  Das so ein Schmutz und Dreck auf der Seite eine liberalen Partei nichts verloren hat, auf die Idee kommt keiner, denn die LKR ist weder liberal noch konservativ, sondern reaktionär und spießig.

Wegen solcher Posts und dem Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit haben bereits hunderte Mitglieder gekündigt und sich angewidert abgewandt. Je länger der Erfolg ausbleibt, desto einsilbiger und deftiger werden die Statements der Verbliebenen.

Nun aber wieder zu den Weggefährten. Die Vogelscheuche hat keinen Verstand und wünscht sich diesen auch nicht. Vogelscheuchen stehen einfach nur am Acker und vertreiben interessierte Vögel. Als ich der Vogelscheuche sagte, „du hast keinen Verstand“, hat sie mich im Smaragdland blockiert. Vogelscheuchen wollen über Kritik nicht reflektieren und diese schon gar nicht lesen. Die Vogelscheuche macht ihren Job gut. Die Tage konnte ich eine Abhandlung der Vogelscheuche über den Besuch türkischer Politiker lesen.  Als Obervogelscheuche der Partei der klugen Köpfe wurde mit gestelzten Worten eine akademische Begründung dafür gesucht, wie man türkische Minister davon abhalten kann in Deutschland zu reden. Meinungsfreiheit hin oder her, liberal sind wir, wenn man sich die Freiheit nimmt, in der Singstunde noch eine Weizenbier zu trinken.

Die feigen Löwen gibt es zuhauf. Sie teilen Fake News; ohne die Quelle zu prüfen oder gar zu kritisieren werden Fakes verbreitet, die im Smaragdland schon tagelang als Schund geoutet sind. Kaum einer der Feiglinge geht in die Öffentlichkeit. Man könnte meinen der Wahlspruch der Partei heißt „toujours entre nous“. Einige sind derart diskret, dass ich oft dachte, die Person an sich ist ein Fake. Andere sorgen dafür, dass ihre Stellungnahmen zum Elend der Welt so geschraubt und krude sind,, dass kaum jemand den Zugang dazu findet. Das ist natürlich auch sehr wichtig, den in der Partei der klugen Köpfe werden stets kluge Dinge gesagt; je unverständlicher desto klüger.  Es gibt einen regelrechten Wettbewerb darin  , Unverständliches zu produzieren, um Wähler von der Klugheit zu überzeugen. Wer die Kunst der geschraubten Rede nicht versteht, fügt in seinen Text derart viele Kommata ein, dass selbst geübte Leser tagelang brauchen, den Text zu verstehen.  Fragt man danach, was das soll, wird man blockiert.

Die Blechmänner sind eine gelungene Mischung aus feig und dumm. Aber sie blockieren einen auch und zwar immer dann, wenn man ihnen zuruft Postenjäger zu sein.

Ich habe mich mit der Queen beschäftigt und mit der Titanic. Freilich ging es immer um die LKR, die Liberal- konservativen Reformer, wie sich die ehemalige Partei ALFA nun nennt. Und ja, ich war Mitglied und im Landesvorstand. Heute habe ich ein letztes Mal über mich und mein Verhältnis zu LKR nachgedacht. @ delicatessenGerd: Ja ich bin enttäuscht und Nein, deshalb bin ich nicht ausgetreten. Ich bin ausgetreten, weil ich erkannt habe, dass man mit immer den gleichen Leuten immer nur den selben Brei kochen kann. Das wollte ich aber nicht.

„Viele Köche sind des Hasen Tod“  (Inge Meysel)

Zwangsgermanisierung gibt es nicht

Heute ein Gastbeitrag von Christoph Werner – Schifferstadt

In diesen Tagen schlagen die Wogen wegen der geplanten Wahlkampfbesuche türkischer Politiker sehr hoch. Gefordert wird jetzt, Wahlkampfveranstaltungen ausländischer Politiker nicht mehr zuzulassen. Argumentativ wird dann aber oft die Luft dünn. Man meint, dass ein erfolgreiches türkisches Verfassungsreferendum in eine autokratische Diktatur münde. Zugleich vertritt man die Auffassung, dass türkische Regierungsmitglieder in Deutschland hoheitlichen Handlungen vornehmen würden, in dem sie sich als „Hoheitsträger“ amtlich zu irgendwelchen Dingen äußern. Dann bekommt Frau Merkel die übliche Rasur. Ihr ist wie immer vorzuwerfen, dass sie nichts tut und schwarze Peter verschiebt. Schließlich muss die sog. „doppelte Staatsbürgerschaft“ noch herhalten, denn diese verhindere, dass sich „Betroffene“ für „eine Seite“ entscheiden. Ein Lösung der aufgeworfenen Probleme wird indes nicht angeboten. Und diese ist auch angesichts der kruden Argumente kaum zu erwarten. Zunächst geht es mir nicht um Wahlkampfbesuche ausländischer Politiker. Was sollte denn daran verwerflich sein? Wir leben in einer freiheitlichen Demokratie und derlei Veranstaltungen in der Vergangenheit waren immer belebend und aufschlussreich. Ich erinnere an den spektakulären Besuch Obamas in Berlin. Dies zuzulassen ist Ausdruck dessen, was wir so lieben; die Meinungsfreiheit, die Redefreiheit und die Versammlungsfreiheit. Und exakt das ist der Grund, weswegen wir nicht wünschen, dass türkische Politiker zu diesem Verfassungsreferendum hier sprechen. Es geht nämlich nicht grundsätzlich um die Frage, ob ausländische Politiker in Deutschland wahlkämpfen dürfen, sondern es geht alleine um den aktuellen türkischen Wahlkampf.

Unsere liberale Demokratie wehrt sich gegen alle, die die Freiheitsrechte der Menschen nicht achten. Wer in seinem Land anders Denkende wegsperrt, die Presse schikaniert und liberale Menschen kriminalisiert ist hier nicht erwünscht. Die persönliche Freiheit endet immer dort, wo die Freiheit anderer beschnitten wird.

Mir geht es also nicht um Wahlveranstaltungen generell, sondern ich möchte hier Erdogan und seine Spießgesellen nicht reden hören. Punkt. Ich frage mich nur, warum es so schwer ist, dies auch auszusprechen. Statt dessen wird ein vollkommen idiotische Diskussion aufgemacht, mit Argumenten, die keine sind. Anscheinend glaubt man mit pseudoakademischem Zeugs überzeugender rüber zu kommen. Seit Tagen geistert daher dieser Quatsch von den „Hoheitsträgern“ durchs Netz, die amtlich irgendetwas sagen. Was denn? Und was bitte hat die doppelte Staatsbürgerschaft damit überhaupt zu tun? Wieso sollen sich „Betroffene“, wer immer das auch sein soll, für eine „Seite“ entscheiden und weshalb ist die Doppelte Staatsbürgerschaft in diesem Kontext ein Integrationshindernis? Ein solches Hindernis sind eigentlich nur diejenigen, die so einen Quark vertreten. Eine Zwangsgermanisierung gibt es nicht und was sollte einen Deutschen türkischer Herkunft daran hindern Erdogan super zu finden mit oder ohne türkischen Pass? Ich zum Beispiel finde, dass Marine Le Pen ein Scheusal ist. Ich habe keinen französischen Pass. Bin ich jetzt für oder gegen Deutschland oder was muss ein guter Deutscher überhaupt hierzu sagen? Es wäre viel Geholfen, wenn all die fleißigen Facebook Politiker einfach die Dinge beim Namen nennen.

Ich will Erdogan und seine Entourage hier nicht sehen und hören.

Amittamus ut vivamus

Wer eigentlich hat nicht im Kino gesehen, als ihrer Majestät Schiff Titanic an einen Eisberg knallte und als bald in den Fluten des Nordatlantiks das Weite suchte? In jenen Zeiten gab es mehr Nichtschwimmer als Schwimmer und so krallten sie die Nichtschwimmer an den Schwimmern fest, mit der Folge, dass diese ebenfalls ertrinken mussten. Amittamus ut vivamus – etwas frei übersetzt: Lass los, um zu leben, ruft jeder Retter dem Nichtschwimmer zu. Offenbar ist dies aber nur im Badeweiher so, denn in der Politik jedenfalls  sind die Verhaltensmuster stets die Gleichen. Heute ist der politische Aschermittwoch und just an dem Tag, an dem sich die großen Parteien in riesen Veranstaltungen Frechheiten um die Ohren hauen, wird von der LKR Partei eine Pressekonferenz in Berlin angesetzt. Gezielt wurden seit Tagen bereits Gerüchte im Internet gestreut, dass heute ein Knaller bekannt gemacht werden würde. Während sie sich fragen, wer oder was die LKR ist und welcher Natur der Knaller sein könnte, nehme ich mir einen Mocambo und gehe eine rauchen.

Also, die LKR ist eine Minipartei aus der nichts werden will. Einst von ehemaligen AfD Mitgliedern -die im Weckruf 2015 organisiert waren- gegründet, versucht die LKR eine Art CSU zu sein. Der Weckruf wiederum war ein Verein, den Lucke gründete, um liberale Kräfte in der AfD zu organisieren. Was aus diesem Verein geworden ist, wohin die ganze Kohle floss, ist nicht öffentlich bekannt. E-Mail, Adressen und Homepage jedenfalls sind abgeschaltet. Die LKR wabert seit ihrer Gründung amöbengleich durch Facebook und ist personell wegen wohltuender innerer Reinigungsarbeiten stark dezimiert. Wer einigermaßen alle Latten am Zaun hatte trat aus. Geblieben sind eine handvoll Fleißiger und natürlich Postenjäger, also wenige Menschen, denen der Posten Lohn genug ist.

Vor einigen Monaten wurde dann eine weitere Plattform gegründet, die sich „Konservative Sammlung“ nennt.  Kaum war der Sammlung Website online, wurde bei der LKR dafür geworben, diese zu unterstützen. Man habe eine gute Sache vor sich, wurde flugs verbreitet. Dem Impressum der Seite war leicht zu entnehmen, dass diese von einem ehemaligen Vorstandsmitglied der LKR und Mitarbeiter Luckes betrieben wurde. KS bezeichnet sich als „neue Schwester der CSU“.  An diesem Abend wurde mir dann in einem Email mitgeteilt, dass die KS eine Plattform für enttäuschte CDU´ler sei und man lediglich gebeten wurde, bei dieser Plattform irgendwie behilflich zu sein.  In der Folge zeichneten hunderte von LKR Mitgliedern als Unterstützer für diese Plattform. Der enttäuschte CDU’ler indes ist ein ehemaliger CDU Kommunalpolitiker. Richtige CDU’ler sind keine dabei, die brauchen nämlich keine Hilfe, um sich zu organisieren, die sind nämlich schon alle ganz groß.

Der Vorrede genug!

Heute also der Knaller: Im Gebäude der Bundespressekonferenz wurde heute mit großer Freude bekannt gegeben, das die KS und LKR zukünftig zusammenarbeiten. Die KS heißt nun „Zukunft Deutschland“ oder so. Die Partei der Nichtschwimmer hat sich also mit der Partei der Retter verbunden, die größtenteils aus Nichtschwimmern besteht. Das ist schon ein Knaller, oder ? Kaum wurde dies bekannt gemacht, wabern die Amöben wieder durch FB und spamen alles voll: “Toll, super, jetzt geht´s aufwärts“, sind die vorhersehbaren Ausrufe der Selbstblender. Wo ist die Presse? Wo sind die Berichte über den großartigen Sieg des Konservatismus in Deutschland, fragten die besorgten Parteigänger allen Ortes. Die Frage ist gleich beantwortet, die sind nämlich bei der CSU, bei der FDP und bei der SPD auf deren Aschermittwochsevents. Mutmaßlich sind diese Veranstaltungen wohl interessanter als das Pressestatement eines unbekannten Bundesvorsitzenden der Nichtschwimmerpartei und dem kommunalpolitischen Anführer der Zukunft Deutschlands.

Gerade letzte Woche konnte eine großartige Veranstaltung mit einem MdEP im Saarland erfolgreich durchgezogen werden. Dank noch großartigerem Einsatz der Nichtschwimmer waren 4 Gäste anwesend und 30 Leute schauten den Livestream. Jetzt natürlich, werden die Veranstaltungen rappel voll sein. Hoffentlich gibt’s noch genügend Mitglieder, die dann in den Landtag in Saarbrücken einziehen können.

Gestern habe ich mir in Netflix Titanic mal wieder angeschaut. Nach all der Zeit sind diese Idioten doch wieder an den Eisberg geknallt, Ich war fertig, nahm einen Mocambo und habe eine geraucht.

„Nur die dümmsten Kälber sterben in der Nacht“ Oscar Wilde

Ein Hund Namens Iwan

Iwan Petrowitsch Pawlow war ein russischer Mediziner und Physiologe. Er erhielt 1904 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Arbeiten über die Verdauungsdrüsen. Weiterhin erarbeitete er wichtige Grundlagen für die Verhaltensforschung. (Quelle: WIKIPEDIA)

Verhalten und Verdauung ein wirklich gutes Thema für einen Blog.  Rein theoretisch also fand dieser Pawlow heraus, dass man Hunde konditionieren kann. Zeigst du einem Hund eine leckere Wurst, sabbert er. Verknüpfst du den Anblick der Wurst beispielsweise mit einem Hupen, so wird der Hund nach der abgeschlossenen Konditionierung alleine beim Hupgeräusch sabbern. Eine wichtige Erkenntnis, wie ich meine. Ich hole mir einen Mocambo und gehe eine rauchen.

Vor einigen Jahren habe ich mit einem gigantischen Feldversuch via Facebook begonnen, die pawlowsche Theorie zu beweisen. Die Probanden bestehen ausschließlich aus politisch interessierten Menschen, das Geschlecht war dabei belanglos.

Das mit der Wurst will nicht klappen. Niemand sabbert. Ich zeige ein Bild von Frau Merkel und das Gesabber geht los. Sabbern  beim Menschen äußert sich nicht etwa in vermehrtem Speichelfluss, sondern in vermehrtem Redefluss. Interessanterweise sind es erst wenige, dann aber bald das ganze Rudel, welches sich fortwährend das gleiche vorsabbert. Ich verknüpfe den Anblick Merkels mit einem Trump Bild. Alles sabbert. Ich zeige nur das Trump Bild und schon geht das Gesabber los. Faszinierend.

Nun ist mir zu Ohren gekommen, dass Herr Schultz von der SPD ganz gerne Bundeskanzler werden würde. Ich zeige ein Bild von Schultz. Und jetzt passiert das vollkommen Unerwartete: Alle sabbern auf einmal. Man sabbert daher, er sei ein Trinker und daher wohl mehr als eine Zumutung. Andere sabbern er sei geldgeil und außerdem habe er seine Rente nicht verdient, jedenfalls nicht mehr als 980 Euro. Ich bemerke, dass sich die Gruppe der Probanden (G1) teilt, nämlich in die Gruppe derjenigen, die aufhören zu sabbern (G1a) und diejenigen die weiter sabbern (G1b). G1a wurde der Mund trocken vor Scham und sie brachen den Versuch ab. G1b hingegen wurde zu Höchstleitungen angespornt, denn die Bezüge aus Hartz4  sind ja bei weitem nicht viel, wo man ein Leben oder zumindest das halbe gearbeitet hat, während der faule Sozi ein vollkommener Versager ist, nie etwas zu Wege gebracht hat und daher nichts weiter als soziale Missachtung verdient habe.

G1a zieht sich vollkommen zurück. Ich greife das erste Mal in den Versuch ein und fordere G1b auf, zu einem sachlichen Gesabbere zurück zu finden. Die Versuchsanordnung war doch nicht so gut gewählt, G1b verselbständigt sich.

G1b zeigt sich nun die Bildchen selbst und die Gruppe sabbert sich fortwährend und stereotyp mit immer denselben Sprüchen voll.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man ein altes Projekt nicht mit den alten Leuten neu auflegen kann. Man kann das alte Projekt allenthalben aufwärmen und naturgemäß bekommen aufgewärmte Aufläufe zuweilen eine braune Kruste. Wem´s schmeckt.

„Nur die dümmsten Kälber sterben im Schlaf“ Oscar Wilde